Sachsenrundfahrt 2025


15 - 20.06.2025

Strecke

6 Etappen, 775 km

  • Görlitz-Bautzen-Baselitz-Knappenrode-Hoyerswerda
  • Hoyerswerda-Senftenberg-Lauchhammer-

       Bad Liebenwerda-Torgau

  • Torgau-Bitterfeld-Weißenfels
  • Weißenfels-Greiz (Reichenbach) w.Elster-Plauen
  • Plauen-Klingenthal-Nove Hamry(CZ)-Oberwiesenthal-Annaberg-Marienberg
  • Marienberg-Obernhau-Rechenberg-Gottleuba-Schandau-Sebnitz


Sachsen Rundfahrt 2025

 Blühende Landschaften, immer wieder blühende Landschaften. Dieser Eindruck verfestigte sich bei den 19 Teilnehmern auf allen Etappen der „Sachsen-Rundfahrt“, die „zu Tradition und Zukunft“ führen sollte, wie es im Titel heißt. Neue Straßen und Radwege, großzügige Einkaufparks, zukunftsweisende Industriegebiete, schicke Ortslagen sowie viele Windkraft- und Solaranlagen. Organisiert hatte das radsportliche Spektakel auf den Spuren der untergegangenen DDR und des „Aufbau Ost“ 35 Jahre nach der Wiedervereinigung das heimische Radsportteam. Die sechs Etappen mit zurückgelegten 874 Kilometern durch 369 Dörfer und Städte wurden nicht nur sportlich, sondern auch politisch bei vielen Begegnungen und Besichtigungen zu einer großen Herausforderung.
 Im Mittelpunkt stand die Frage, was die Wiedervereinigung für die nicht mehr so neuen Bundesländer im Osten gebracht hat und wie sich beispielsweise Sachsen zwischen Tradition und Zukunft entwickelt hat. Als Förderer waren die Sparkasse WesterwaldSieg und Holzbau Kappler mit Sitz im Gelbachtal dabei. Ausgangspunkt der radsportlichen Themenrundreise war die friedliche Revolution im Oktober 1989. Eine der bedeutendsten und wichtigsten Orte war dabei Plauen im Vogtland. Dort war ein Treffen mit Aktiven des Bündnisses für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage vereinbart. Erfreulich für die Gäste der Equipe Eurodek in den beiden Radsportvereinen RSG Montabaur und RSV Oranien Nassau: An dem anschließenden Gespräch im Soziokulturellen Zentrum Malzhaus am Rande der Plauener Altstadt, das 1982 als Jugendklub verboten wurde, beteiligten sich auch einige junge Plauener. „Wir versuchen, selbst organisiert die Gemeinschaft in Bereichen von Kultur bis Sport zu stärken, aber zu viele Jugendliche rufen nach dem überforderten Staat als Problemlöser in allen Lebenslagen“, so ein junger Demokratieaktivist. Eine andere Teilnehmerin wies darauf hin, die Jugend sei von vielen Problemlagen gebeutelt, die weder in Schule noch im Elternhaus angemessen aufgearbeitet würden: „Schade ist, dass oft fitte Jugendliche in den Westen gehen, da sie sich mit der von der AfD aggressiv verbreiteten ,Schei...‘ nicht mehr auseinandersetzen wollen.“ 
Bis zum Zweiten Weltkrieg war Sachsen eine führende Wirtschaftsregion Deutschlands. Auch in der DDR-Zeit war das Land Zentrum der Industrieproduktion in der DDR und eines der wichtigsten im ganzen Ostblock. Nach der Wiedervereinigung wurde ein weitgehender Neuanfang notwendig, der insbesondere den Bergbau betraf. Dazu wurden mehrere Orte besucht, an denen eine große Tradition bewahrt wird. In Hoyerswerda im Lausitzer Seenland war die Radreisegruppe Gast im Industriedenkmal Energiefabrik Knappenrode. Eindrucksvoll auch der Besuch in der früheren und inzwischen sterbenden Bergbaustadt Lauchhammer in Brandenburg nahe der Grenze zu Sachsen. Dort begrüßten ehemalige Bergleute vom Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer die Gäste aus dem Westerwald und von der Lahn mit einem kräftigen „Glück auf“. Was passiert, wenn in einer Region die Kohle abgebaut ist und eine unwirtliche Mondlandschaft zurückbleibt? Damit beschäftigten sich die Radler bei einem Besuch der „Goitzsche-Wildnis“ bei Bitterfeld-Wolfen, im benachbarten Sachsen-Anhalt. Die Stadt war bis zur Wende berüchtigt als die dreckigste Stadt Europas. Nun konnte bei einer Führung des vor Ort zuständigen BUND gezeigt werden, wie dort eine Tagebaulandschaft zu einem weithin beachteten Naturrefugium entwickelt wird. Auf 1300 Hektar darf sich unter fachlicher Begleitung des Umweltverbandes die Natur ungehindert entfalten. Eine Wildnis mitten in Deutschland, in der der Fischadler seinen Horst und der Seeadler sein Jagdgebiet hat, wo Kraniche ebenso heimisch sind wie Biber und Fischotter. Rundherum entstehen immer mehr dichte Wälder. 

Wie sieht es in den neuen Bundesländern mit den Rechten behinderter Menschen und deren Gleichbehandlung aus? Antworten darauf bekamen die Equipler in Weißenfels im Ballungsraum Halle/Leipzig. Dort betreibt die Integra Weißenfelser Land gGmbH als Einrichtungsträger der Behindertenhilfe ein barrierefreies Inklusionshotel mit Restaurant im altehrwürdigen „Schumanns Garten“. Wenig verwunderlich, dass eine Etappenfahrt wie die SachsenRundfahrt nicht ohne das Thema Radsport über die Bühne gehen kann: „Super, dass Aktive im schönsten Sport der Welt mit einer so großen Mannschaft den Weg zu uns gefunden haben“, meinte Wilfried Kreis als Vorstand des Weißenfelser Radsportvereins White Rock und Vertreter des Landesradsportverbandes SachsenAnhalt zur Begrüßung. Es sei Ziel des Vereins, Sportler von den Allerjüngsten bis in den Spitzensport bestmöglich zu fördern, wovon unter anderem drei deutsche Meistertitel zeugten. 
Gestartet wurde die Sachsen-Rundfahrt in der östlichsten Stadt Deutschlands, in Görlitz. An den Folgetagen waren jeweils touristische Höhepunkte wie beispielsweise die Städte Torgau und Bautzen, die Göltzschtalbrücke, das Schloss Lauenstein im Erzgebirge sowie die Wintersportmetropole Oberwiesenthal zu erleben. Auch Marienberg im Erzgebirge als Partnerstadt von Bad Marienberg war Ziel einer Etappe. „Wir hätten mehrere Monate durch Sachsen radeln können, und es wäre nicht langweilig geworden“, meinte einer der Radler dazu. Die Tour wurde geplant im Rahmen und als Beitrag zur Belebung der Städtepartnerschaft zwischen Montabaur und Sebnitz, weshalb auch Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher aus der Westerwaldmetropole die Schirmherrschaft übernommen hatte. Letztere war erleichtert, alle Radsportler und Begleitfahrzeugfahrer auf dem Markt in Sebnitz am Ende der letzten Etappe begrüßen zu können: „Ich bin froh, dass ihr alle gesund in unserer Partnerstadt in der Sächsischen Schweiz angekommen seid.“ Dem schloss sich auch der Sebnitzer Oberbürgermeister Ronald Kretzschmar an, der als Radsportler die erste und finale Etappe mit den Teilnehmenden im Rennradsattel saß: „Ihr seid eine großartige Truppe und habt einen gewichtigen Beitrag dazu geleistet, die neuen Bundesländer besser zu verstehen und die etwas eingeschlafene Städtepartnerschaft zu beleben.
 Auszug aus der Westerwälder Zeitung 21.08.2025


Erinnerungstour 2025


06 - 07.09.2025

Strecke

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Erinnerungstour 2025

 „Die thematische Etappenfahrt „Erinnern… für die Demokratie“ ist eine großartige Möglichkeit, sich gemeinsam auf den Weg zu machen, denn Erinnerungskultur und Demokratiebildung gehören untrennbar zusammen. Indem man sich nach dem Motto „grabe, wo du stehst“ vor Ort mit der Vergangenheit auseinandersetzt, mit den Menschenrechtsverletzungen, die während der NS-Diktatur buchstäblich in jedem Dorf und jeder Stadt stattgefunden haben, wird ein emotionaler Zugang geschaffen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie, Freiheit, Menschenrechten und Schutz von Minderheiten. Erinnerungskultur trägt so  dazu bei, dass sich Menschen mit ihrer eigenen Geschichte und der  Geschichte ihres Landes identifizieren und so ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl entwickeln.“ 
Hendrik Hering, Landtagspräsident und Schirmherr der Tour